Heimfahrt über Maria Laach

Langsam geht es heimwärts. Erst müssen wir uns noch ins Gästebuch unserer Ferienwohnungs-Bauernfamilie eintragen und bringen endlich unseren Werbeslogan für Loogh, der schon die ganze Zeit im Kopf herumspukt, zu Papier: "Looghisch war der Urlaub schön!" Die Ferienwohnung war perfekt; wir haben keine Ausstattung vermisst. Die Nächte waren ruhig, die Betten weich. Familie Schröder war sehr nett und bemüht und vor allem immer ansprechbar. Und immer für einen Schwatz zu haben. Also, wenn ihr mal Urlaub auf dem Bauernhof machen wollt, empfehlen wir www.ferien-an-der-lay.de. Auf der Website seht ihr die Küche und das Schlafzimmer, in dem Mathis und ich gepennt haben. Allerdings war die Bettwäsche in heimeligen Orange-Tönen - sehr wichtig, gell?

Übrigens, der Käse von der Hofkäserei Gröner war so lecker, dass wir als Souvenirs für die zuhause Gebliebenen nur Käse von dort mitgebracht haben.

Bevor es los geht, muss Mathis unbedingt noch ein Bild von der Lotte schießen. Er wird sie vermissen - im Gegensatz zu seiner Frau eine richtige Ziege.

 

 


Foto: Mathis

Die Heimfahrt ist schnell erzählt. Meine Mutter will einmal nach Maria Laach, den Wallfahrtsort in der Nähe von Koblenz. Also machen wir den Abstecher.

Um 10000 v. Chr. entstand durch Vulkanismus der Laacher See und die ihn umgebende Hügelkette. 1093 gründete Pfalzgraf Heinrich II. von Laach das Kloster.

Eine von den wenigen Kirchen mit Paradies, einer Vorhalle vor der eigentlichen Kirche. Sieht man aber auf diesem Foto nicht:

Man hätte mit einem Übersichtsplan mit Infos zu den einzelnen Objekten sich selbst durch die Kirche führen können, aber alle deutschen Exemplare sind schon unterwegs oder vielleicht ein Teil sogar geklaut. Der Stifter der Kirche liegt unter einem Glaskasten, aber nur eine modellierte Nachbildung. Auch wenn der Mann liegt, sehen die Falten seines langen rötlich-orangen Gewandes, das bis zu den Füßen reicht, eigenartigerweise so aus, als ob er stehen würde. Kein angepasster Faltenwurf. Ach so, das Ganze nennt sich Hochgrab und wurde bereits 1270 errichtet.

Ein bekanntes Chorgemälde ist mit dem Bibelvers in Latein versehen:

EGO SUM VIA ET VERITAS ET VITA

Was bedeutet: ICH BIN DER WEG UND DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN.

 

Normalerweise geht der Vers weiter mit: nemo venit ad Patrem nisi per me, das heißt auf deutsch: NIEMAND KOMMT ZUM VATER, DENN DURCH MICH. Eigenartig, dass Matthias und ich hier auf diesen Vers stoßen, haben wir zwei Gnostiker schon öfters darüber diskutiert. Wie hat Jesus das denn wirklich gemeint?

Eingebettet zwischen Klostermauer und Basilika liegt die Klostergärtnerei mit Shop. Wir denken, diese Pflanzen interessieren uns nicht und gehen rasch an ihnen vorbei, weil wir ja eh keinen Platz mehr im randvoll bepackten Auto haben. Doch Mathis entdeckt ein Kaffeepflänzchen bzw. einen Kaffeestrauch „coffea arabica“ für 3 Euro. Bis jetzt haben wir nicht gewusst, dass man so etwas kaufen kann. Die Pflanze hat glänzende Blätter, als ob sie mit einem Lack überzogen wäre, und sieht dadurch einfach schön und ungewöhnlich aus. Sie darf nicht in direkter Sonne stehen, und da haben wir zuhause einige passende Plätzchen.

Ich frage meine Leute, ob es nach Bingen noch weit sei. Eines meiner persönlicher Vorbilder ist ja Hildegard von Bingen. Leider liegen die Klöster nicht gerade auf dem Weg, sie würden einen ziemlichen Umweg bedeuten. Ach ja, es wird schon noch irgendwann klappen.

Mit der Pflanze in der Hand kommen wir auf dem Weg zum Parkplatz an einer Buchhandlung vorbei; sie gehört noch zu dem ganzen Areal der Kirche dazu. Obwohl hier alles erzkatholisch, entdecken wir glatt ein Exemplar von Harry Potter im Schaufenster! Wir nehmen an, dass die Benediktiner, die seit 1892 das Kloster wiederbesiedelt haben, das etwas liberaler handhaben.

Das mit dem Auto und dem Kaffeepflänzchen ist auch kein Problem. Mathis stellt sie sich in seinen Fußraum und kann die ganze Fahrt aufpassen, dass sie nicht umkippt. Auf der Autobahn ist das eh nicht so das Problem.

Wir fahren auf der Autobahn, plötzlich huscht das Ausfahrtsschild "Bingen" an mir vorbei. Ich bin ganz aus dem Häuschen und quäke: "Hey, hier ist doch Bingen!!" Meine Leute müssen zerknirscht zugeben, dass sie sich verfahren haben und dass erst recht keine Zeit mehr für die Besichtigung der Klöster bleibt. Grummel!

Zuhause keine besonderen Erlebnisse, mit dem Haus ist alles in Ordnung, nur ein kurzes „Wo ist der Schlüssel?“. Die richtige Stelle in einer Tasche wird schnell wieder gefunden, es fällt ein Stein vom Herz.

Schön war's!

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