Daun und seine drei Maare, Manderscheid, Wallenborn

Zuerst besuchen wir den Hofladen eines benachbarten Bauers in Loogh. Es ist die Eifeler Hofkäserei Gröner. Wir kaufen von den drei Käsesorten Bergkäse, die er im Angebot hat und die er aus dem Kühlraum holt, in dem viele kleine Käseräder auf Regalen liegen: Knoblauch-Paprika, Brennessel, neutral. Außerdem nehmen wir vier Rindswürste aus eigener Herstellung zum Grillen. Irgendwie hat man ein ganz anderes Gefühl zu den Lebensmitteln, wenn man weiß, wo alles herkommt. Die Kühe stehen nebenan im Stall.

Nachdem die Sachen im Kühlschrank in der Ferienwohnung verstaut sind, starten wir zum Ausflug nach Daun und den drei Maaren: Gemündener Maar, Weinfelder Maar und Schalkenmehrener Maar. Wir parken auf einem Parkplatz beim Weinfelder Maar in der Nähe der Kirche.

Den anderen Namen Totenmaar hat das Maar wegen der kleinen Kirche und dem nebenliegenden Friedhof bekommen. Die Kapelle am Totenmaar oder Weinfelder Maar ist der einzige Überrest des Dorfes Weinfeld, der noch für das Jahr 1512 urkundlich belegt ist. Die Einwohner dieses Ortes sind wahrscheinlich infolge einer Pestepedemie, wegen Brand oder Krieg abgewandert oder ausgestorben. Die dem heiligen Martin geweihte Kirche ist eines der ältesten Gotteshäuser der Eifel. Auf dem Friedhof der Kirche bestatten die Einwohner von Schalkenmehren ihre Toten.

Wir laufen halb im Uhrzeigersinn um das Maar herum. Am Weinfelder Maar darf man fast nichts, aber das ist gut so.

Eisessen war erlaubt und das war gut, denn es hielt kurz nach diesem Foto zufällig ein Eismann mit seinem Eiswagen auf dem Parkplatz beim Zwei-Maare-Blick.

Wir haben auf der anderen Seite des Maares das gleiche Schild gesehen, aber da war das Rot vom "Durchstreicher" völlig weggebleicht. Könnte zu Missverständnissen kommen.

Vom Zwei-Maare-Blick zwischen Weinfelder und Schalkenmehrener Maar laufen wir bei gerade noch auszuhaltender Hitze hinauf zum Dronke-Turm auf den 581 m hohen Mäuseberg. An einer Infotafel lesen wir diese Höhe des Mäusebergs.

Jedenfalls sehen wir beim „Aufstieg“ nirgendwo diesen Turm und wundern uns, ob wir auch richtig sind. Nach einem kleinen Hochplateau entdecken wir ihn im Wald und Gebüsch. Richtig, er ist nicht viel größer als die Bäume und ist ziemlich klein (11 Meter hoch), aber robust. 1902 wurde dieser auf dem 560 Meter hohen Mäuseberg zu Ehren des Gründers des Eifelvereins, Dr. Adolf Dronke, erbaut. Siehe da, im Internet ist der Mäuseberg 560 m statt 581 m hoch.
Nach dieser Wanderung fahren wir nach Schalkenmehren. An diesem Maar ist mehr los. Es wird gebadet und getretbootet. Außerhalb des offiziellen Strandbades ist das Baden eigentlich nicht gern gesehen, aber wer die eigene Gefahr dabei nicht scheut, der kann das tun. In einem Café entspannen wir uns. Mathis füttert einen spitzbübischen Spatzen mit ein bisschen Waffel von seinem Nußknacker-Eisbecher.

Wir fahren nach Manderscheid und waten mit Storchengang durch die Kneipp-Anlage. Zwei weibliche Kurgäste warnen uns, nicht gleichzeitig, d.h. bei einer Anwendung, das Fußbad mit dem Armbad anzuwenden. Es ist aber bereits geschehen, weil das Anwendungshinweisschild zur Hälfte wegen verdeckendem Grünzeug nicht lesbar war. Ist mir eigentlich schnuppe, habe keine Kreislaufprobleme. Ich spring' immer im Dreieck, haha. Als die Damen wieder abgezogen sind, lasse ich meine Arme ein zweites Mal in das eiskalte Wasser tauchen. Muss man doch ausnutzen, wenn man sowieso „Uhrlaub“ hat und keine Armbanduhr trägt.

Auf der Straße, die wir fahren, um nach Wallenborn zu kommen, fahren wir an der Manderscheider Burg vorbei. Mein Vater ist enttäuscht, weil die Burg nicht blau und gelb angemalt ist, wie sie im HB Bildatlas abgebildet ist. Ich hatte das Bild auch schon vorher gesehen und bin fast darauf reingefallen. Aber mein geübtes Fotografen-Auge sagte mir, dass es sich um eine getürkte Dämmerungsaufnahme bzw. Doppelbelichtung handeln musste. Die Burg wurde nachts bei Beleuchtung fotografiert. Die hellen, beleuchteten Stellen wurden gelb, die Schatten blau. Der Hintergrund, der Wald, war aber immer noch so grün wie am Tage.


Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich leider das Bild aus dem Atlas nicht zeigen, dafür aber die Burg bei normalem Tageslicht.

Wir stellen fest, es gibt unheimlich viele Burgen in der Eifel. Warum? Sie künden von der politischen Zerrissenheit des Berglandes im Westen Deutschlands und den Streitigkeiten der großen und kleinen Territorialherren.
 

Der Wallenborn, ein natürlicher Springsprungen, im Volksmund Brubbel genannt, ist wirklich einen Besuch wert. Den Tipp haben wir von unserem Bauern bekommen. Das deutsche Pendant zum Old Faithful im Yellowstone Nationalpark/USA! Als wir ankommen, geht er innerhalb von drei Minuten bereits hoch. Zu schnell, um Fotos zu machen. Man weiß ja nicht, was auf einen zukommt. Beim zweiten Mal – das hieß ca. 35 Minuten warten - entsteht diese Bildfolge, die ich hier als zwei animierte Gifs anpreisen kann. Allerdings hatte ich kein Stativ, deshalb wackelt alles ein wenig. Übrigens, wenn es der Brubbel hochgeht, fängt es an, etwas nach faulen Eiern bzw. Schwefel zu müffeln. Aber sehr dezent.
 


Der Brubbel ist eine kohlensäurehaltige Quelle vulkanischen Ursprungs. Ein Liter Brubbelwasser enthält neben vielen Mineralen und Spurenelementen ca. 3000 mg gelöstes Kohlendioxid. Die Quelle war nicht von Anfang an so. Erst eine Bohrung im Jahr 1933, die klären sollte, ob eine Nutzung des Brubbelwassers in Frage kommt, war der Beginn des spektakulären Erscheinungsbildes. Aus der Tiefe aufsteigende Kohlensäurebläschen bringen das ca. 9 Grad kalte Wasser in Wallung. Es ist wie mit einer Flasche Mineralwasser, die man vorher geschüttelt hat. Es kocht nicht, auch wenn so aussieht.

Wie man sieht, lockt das spritzige Spektakel einige Leute an.

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